Rezension: Die Asche des Flieders

Die Asche des Flieders (Familie Pauly-Saga 3) von [Stern, Anne]

Die Asche des Flieders von Anne Stern
Historischer Roman
2.99 Euro (E-Book), 9.99 Euro (Taschenbuch) ║ ca. 232 Seiten

Klappentext

„Es fühlt sich an, als seien wir alle Gespenster, luftiger Rauch, der durch das Lager weht… Nur wenn ich nachts Fannis Hand in meiner spüre, rücken die Dinge wieder an ihren Platz. Ich flüstere ihren Namen wie ein Gebet, wenn sie eingeschlafen ist.“
Berlin, 1936. Die begabte Bürgerstochter Else freundet sich mit dem Arbeiterkind Fanni aus der Nachbarschaft an. Nur ihre jüdische Herkunft verbindet die Mädchen. Ihr ungewöhnliches Bündnis übersteht ihre Flucht und die Deportation ins Konzentrationslager. Gemeinsam kämpfen sie ums Überleben – doch die bösen Schatten lauern nicht nur außerhalb ihrer Freundschaft.
Tel Aviv, 2017. Daniel löst die Wohnung seiner verstorbenen Großmutter auf. Inmitten von Briefen und Erinnerungen versteht er die Welt nicht mehr. Die Ungereimtheiten seiner Familiengeschichte geben ihm Rätsel auf. Gemeinsam mit der jungen Israelin Nurit gerät er auf die Spur eines Abgrunds aus Verrat und Schuld, die sie beide weit zurück in das dunkelste Kapitel der deutsch-jüdischen Geschichte entführt.
Und die Vergangenheit wirft auch auf ihre beginnende Liebe einen Schatten. Denn stehen sie wirklich auf der selben Seite?

Ein bewegender historischer Roman und ein Stück israelische Zeitgeschichte – für Leser*innen mit Liebe zu Emotionen, Spannung und Geschichte

(Quelle: Amazon.de)


Der erste Satz

Unter ihren Schuhen quietschte der Sand, als Lilith unsicher auf die schnurgerade Meereslinie zulief.


 Meinung

„Die Asche des Flieders“ ist ein historischer Roman und doch geht er weit über dieses Genre hinaus. Er springt nicht nur zwischen den Zeiten, sondern appelliert an den Leser auf eine ganz eigene Art…

In „Die Asche des Flieders“ wird die Geschichte von Daniel erzählt, welcher die Wohnung seiner Großmutter nach deren Tod auflöst. Doch worauf er in ihrer Wohnung stößt, hätte er nicht erwartet. Die Autorin schafft es, das Leben eines Menschen im Jahre 2017 mit der Geschichte einer jungen Frau im Holocaust zu verknüpfen. Dies kann natürlich nicht einfach sein und doch schafft es die Geschichte, die historisch sehr schön aufbereitet ist, in das Herz des Lesers. Normalerweise bin ich nicht allzu gefühlsduselig, doch bei diesem Roman wurde ich emotional mitgerissen und das nicht nur, weil ein gefühlvolles und schockierendes Thema behandelt wird.

Anne Stern hat einen angenehmen Schreibstil, der mir nur an der ein oder anderen Stelle etwas zu viel wollte. Die Geschichte an sich ist schon recht schwer zu verarbeiten, Wortakrobatik ist hier fehl am Platz. Dennoch erschafft dieser Schreibstil nicht nur eine besondere Atmosphäre, sondern auch eine Empathie für die Charaktere, die in den meisten Fällen als Typen dienen, um bestimmte Schicksale zu verdeutlichen. Dies jedoch tut der Geschichte keinen Abbruch, sondern verleihen ihr eine Strahlkraft, die historischen Romanen sonst nicht unbedingt eigen ist.

„Die Asche des Flieders“ will an der ein oder anderen Stelle etwas zu viel, ist abgesehen davon aber ein grandioser historischer Roman.


Ich möchte mich herzlich bei Anne Stern für mein Rezensionsexemplar und das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

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