Rezension: Anthrazit

Anthrazit von Lucas Friedrich
Anthologie ║ Books on Demand (22. Januar 2018)
4.49 Euro (E-Book), 6.99 Euro (Taschenbuch) ║ ca. 188 Seiten

Klappentext

Anthrazit lässt sie mit 16 Kurzgeschichten in die Welt der Schatten abtauchen. In der nahen Zukunft ist Europa zerfallen und ein Teddybär erwacht zum Leben. Jack the Ripper spaziert durch New York. In der San Francisco Bay bekommt der Leser den Liebeskummer in der vollen Breitseite ab. Durch den Kölner Dom sehen wir den drogensüchtigen Protagonisten aus seinem Leben erzählen. Eine Hommage an die Beat Generation ist ebenfalls in der Anthologie enthalten.

(Quelle: Amazon.de)


Der erste Satz

Ihr Herz schlug langsamer, als sie die Tinte beim Trocknen beobachtete.


 Meinung

Ich bin ein großer Fan von Kurzgeschichten, da sie meist viel mehr ins sich tragen, als man auf wenigen Seiten vermutet. Doch Lucas Friedrich nimmt die Kurzgeschichten mit auf ein neues Level. Ein Level, das den Leser nicht kalt lässt.

Die Anthologie „Anthrazit“ hat mich schon allein beim Lesen der Beschreibung fasziniert. Was könnte sich in der „Welt der Schatten“ verbergen? Als ich dann herausfand, wovon der Autor in dieser Zusammenfassung spricht, war ich umso euphorischer. Ich liebe Gesellschaftskritik, wenn sie mit Übernatürlichem gepaart ist, und gerade dann, wenn der Gesellschaft so herrlich der Spiegel vorgehalten wird, ohne vermeintlich beeinflussen zu wollen, ist das Lesen ein wahres Erlebnis. Die Kurzgeschichten drehen sich um die alltäglichsten Dinge und doch werden sie uns durch das bewusste Lesen von Geschichten wie diesen erst bewusst. Wir verstehen unser Verhalten erst dann – und gerade darin liegt die Kraft der sechzehn Kurzgeschichten aus Lucas´ Feder.

Die Geschichte „Poesie unter den Lebenden“ konnte mich am meisten von sich überzeugen, was den anderen Kurzgeschichten allerdings keinerlei Abbruch tun soll. Jede strahlt auf ihre eigene Weise und egal ob es die philosophischen, die übernatürlichen oder die psychologischen Ansätze sind, Lucas Friedrich gelingt es, die Worte gekonnt aufs Papier zu bringen und ich bin sicher, kein einziges von ihnen steht dort, ohne bewusst in die Geschichten eingewoben zu sein.

Die Stile des Autors variieren gekonnt und der ein oder andere hat mich in Verbindung mit schaurigen Inhalten wahrlich nach Luft schnappen lassen. Doch nicht nur das ließ mich staunen. Denn wo werden schon das Ende der Welt, das Ende einer Beziehung und die Hoffnung, nach wahrem Glück im Leben, in einem Werk verwoben?

Ich freue mich sehr auf weitere Anthologien und Werke von Lucas Friedrich.


Ich möchte mich herzlich bei Lucas Friedrich für das Rezensionsexemplar und das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Ihr möchtet weitere Werke wie die von Lucas Friedrich lesen? Dann kann ich Euch den Autor Leveret Pale/Nikodem Skrobisz empfehlen. Hier kommt Ihr zu seiner Seite und Werken.

 

 

2 Kommentare zu „Rezension: Anthrazit

  1. Das du die Geschichte ‚Poesie mitten unter den Lebenden‘ am meisten magst, überrascht und freut mich fast am meisten. Die Geschichte hab ich während dem Schreibprozess meinem Stillen Kämmerlein Charles Bukowski gewidmet, aber leider vergessen, dass auch vor die Geschichte zu packen.

    Danke dir nochmal für die tolle Rezension :)

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